30 Jahre Theater Uettingen

Wie alles begann...

 

Das Theaterspiel in Uettingen hat eine lange Tradition. Schon in der 30er Jahren wurde teils von der Dorfjugend, teils vom Gesangsverein mit Hingabe gespielt. Aufgeführt wurden die Stücke im Saale des Gasthauses „Zum Goldenen Hirschen“. Irgendwann in den 50er Jahren schlief das Theaterspiel ein. Es wird wohl die Zeit des „Wirtschaftswunders“ gewesen sein in der man für derlei Hobbys nichts mehr übrig hatte. Dann war es lange Zeit ruhig um das Uettinger Theaterleben, bis die Dorfjugend 1980 auf die Idee kam, ihr angeschlagenes Image aufzupolieren. Ralf Endres war zu dieser Zeit Vorstand der Uettinger Jugend. Der Meinung vieler Erwachsener, mit der Jugend wäre nicht mehr viel los, wollte man etwas entgegensetzen. Spontan kam dann die Idee, es einmal mit Theater zu probieren.    

                 
 In der Schule hatten viele schon einmal Erfahrung damit gemacht, und unterstützt durch die Erzählungen der Eltern und Großeltern, wie schön das doch früher immer war und wieviel Spaß das Theaterspielen gemacht hat, war es auch nicht schwer, Mitspieler zu gewinnen.


Über den Deutschen Theaterverlag in Weinheim wurden sieben Lustspiele zur Ansicht bestellt und gelesen. Dann endlich fiel die Wahl auf das erste Theaterstück seit fast dreißig Jahren in Uettingen, für viele von uns das erste überhaupt.

Im g’scheckerten Röß’l, von Rolf Gordon war die „Einstiegsdroge“ für die Uettinger Jugend.


In der Tat wurden wir im Lauf der Jahre richtig süchtig nach dem Theaterspiel und der Virus hat sich bis heute nicht gelegt. Wie unerfahren wir damals noch waren zeigt sich darin, daß wir das ganze Stück Wort für Wort vom Manuskript übernommen haben, ohne auch nur eine Silbe zu ändern. Das Problem bestand nur darin, daß das Stück in bayerischer Mundart geschrieben war! Etwas seltsam klang es schon, aber der Begeisterung beim Publikum tat dies überhaupt keinen Abbruch. Wenn der Autor das Stück in bayrisch geschrieben hat, wird er sich schon etwas dabei gedacht haben – so war eben unsere naive Auffassung.


1981 spielten wirDie hölzerne Jungfrau, von Ridi Walfried. Die Autorin kommt aus Österreich und somit hatten wir diesmal einen „Ösi - Dialekt“.


Die vermurkste Brautschauvon Hans Lellis folgte 1982. Auch hier ging es wie so oft im Bauerntheater, um die Liebe.


Die Jungfern vom Bründelhof, von Ridi Walfried folgten 1983. Ein richtiges Emmanzenstück!


Oh Schreck – die Tant‘!, von Hilde Eppensteiner gab es 1985. Die Schauspieler wurden älter und heirateten. Nun ist es in Uettingen der Brauch, daß man mit der Heirat aus der Dorfjugend ausscheidet. Da aus der Jugend selbst kein Nachwuchs kam, wir aber weiter spielen wollten, haben wir uns nach einer kurzen schöpferischen Pause 1988 dem TSV Uettingen angeschlossen.

Alles wegen einer Nacht“, von Emil Stürmer, hieß unser erstes Stück für den TSV.
Mit demRendezvous im Bauernkasten, von Hans Lellis  ging es 1989 weiter.

1991Die verflixte Sonnwendnacht, von Emil Stürmer.

1992 konnten wir mit großem Erfolg die Flucht ins Aalbachtal, von unserem  Mitspieler  Dirk Salzbrunn in Uettingen uraufführen.

1993Die g’mischte Sauna von Hilde Eppensteiner. Das Stück der Enttäuschung. Das erste Mal, daß wir uns an ein Stück mit zwei Bühnenbildern  heran wagten. Der erste Akt spielte im  Wirtshaus, der zweite im Haus des Bürgermeisters. Natürlich musste in der Pause mit Hochdruck das Bühnenbild umgebaut werden. Gespannt warteten wir auf die Reaktion des Publikums, wenn sich der Vorhang zum zweiten Akt heben würde. Sicher würde ein großes „Ah und Oh“ aus den Stuhlreihen kommen, vielleicht sogar Applaus  jedoch es kam  –


n i c h t s !

 

Anscheinend hatte keiner den Umbau bemerkt. Das Stück an sich kam hervorragend beim Publikum an – nur die Sache mit dem Umbau hat uns gewaltig gewurmt.

1994Das Tal der Suppenvon Dirk Salzbrunn. Das zweite Werk von unserem heimischen Autor.

Den bisher größten Erfolg hatten wir bisher mit dem dritten Stück von Dirk Salzbrunn,  Hey Joe im Jahr 1995. Mit diesem Stück traten wir im April 1996 bei den „Gesamtfränkischen-Mundart-Theatertagen“ in  Creglingen an. Insgesamt nahmen acht Gruppen aus ganz Franken an diesem Wettbewerb teil. Der Gewinner dieser Theatertage sollte am letzten Tag mit dem „Theater-Pärla“, einer Bronzestatue ausgezeichnet werden. Riesengroßer Jubel setzte ein, als die Jury die Siegergruppe verkündete:


Der Gewinner des ersten Preises wurde die Theatergruppe Uettingen mit dem Stück
„Hey Joe“. Besonders stolz waren wir natürlich, daß wir von der Jury und dem Publikum gleichermaßen zum Sieger gekürt wurden.

--- Das schreibt die Presse ---


Ermutigt durch den großen Erfolg bei den Gesamtfränkischen Mundart- Theatertagen wagten wir uns im November 1996 an ein „intergalaktisches“ Stück. „Allmächtlautete der Titel des zeitkritischen Stückes von Arno Boas aus Creglingen. Vom technischen Aufwand mit Lichteffekten, Nebel und Ufogeräuschen und vom Bühnenbild, ein kleiner Wald mit Jägerstuhl zierte die Aalbachtalhalle, war dies unser bisher spektakulärstes Stück.

Gut in Erinnerung ist uns allen noch das Lustspiel Ärger beim Kronen- Max von Bernd Gombold, das wir 1997 zur Aufführung brachten. Sogar für einen kurzen Auftritt im Regionalfernsehen „TV – Touring“ reichte es diesmal. Dieses Mal hat die Sache mit dem Umbau geklappt. Als im zweiten Akt eine völlig neu restaurierte Wirtschaft zum Vorschau kam, gab es tatsächlich Szenenapplaus – endlich geschafft!

1998 fanden die „Gesamtfränkischen - Mundart – Theatertage“ in Hildburghausen/Thüringen statt. Um möglichst vielen Gruppen eine Teilnahme zu ermöglichen sollte diesmal ein Einakter gespielt werden. Mit der TV – Quiz – Show Franken g`winntvon Klaus D. Gugel haben wir wieder einmal Neuland betreten, wurde doch das Publikum in die Handlung mit einbezogen. Hildburghausen wird uns unvergessen bleiben, nicht zuletzt wegen des rauschenden Altstadtfestes....
Mit Hochwürden auf der Fluchtvon Walter G. Pfaus erfüllte sich der Leiter der Gruppe 1998 einen Traum einmal einen Pfarrer zu spielen.

2000


Erstens kommt es anders von Walter G. Pfaus


Wer hat das nicht schon einmal erlebt?
Man lernt im Urlaub ein Ehepaar kennen und lädt dieses zu sich nach Hause ein. Natürlich rechnet man nicht damit, dass diese Einladung angenommen wird. Besonders  nicht nach vier Jahren!...

 

2001


A schöne Bescherung von Monika Hirschle


Voll der Stress am Morgen des 24. Dezembers – der Kühlschrank ist defekt, die Weihnachtsgans verdorben, der Christbaum muss noch „geköfft werd“…
„Wie bei uns derhemm“ war vielfach aus dem Publikum zu hören – ein Stück, zur Nachahmung empfohlen!

2002

Nach 14 Jahren als Abteilung des TSV Uettingen wagten wir 2002 den Schritt in die Selbstständigkeit. Wir gründeten unseren eigenen Theaterverein! Als Theatergruppe Uettingen e.V. stehen wir nun endlich auf eigenen Beinen und fühlen uns recht wohl dabei. Der bisherige Leiter der Truppe Ralf Endres übernahm den Posten des Spielleiters – sein Bruder Heribert den des ersten Vorsitzenden. 36 Mitglieder zählte das Grüngungsprotokoll.

--- Das schreibt die Presse ---

 

Baby wider Willenvon Bernd Gomdold


Im Büro des Bürgermeisters taucht plötzlich ein Baby auf – wer ist der Vater und wer die Mutter?


1250-Jahre Uettingen

Aus diesem Anlass spielten wir im Schlosspark der Grafen Wolffskeel ein Stück über Uettingens Historie.
In drei Sequenzen stellten wir in stilechten Kostümen


" meisterlich Szenen aus der Zeit des Bauernkrieges, vom Kampf der Uettinger Bürger um ihren „Freiwald“ und von 1866er Krieg dar.
Ralf Endres hatte die Texte historischen Dokumenten entnommen und in kraftvollen Uettinger Dialekt umgeschrieben"

 (Zitat Mainpost)

 

2003


Mer kann’s a üwertreib!" von Ulla Kling


Ein Stück, das sich ausschließlich im Treppenhaus abspielt – kein einziges Möbelstück auf der Bühne – eine neue Herausforderung für die Mitspieler…

 

2004


Mit dem Einakter „Am Sandkasten von Dirk Salzbrunn nahmen wir an den gesamtfränkischen Mundart-Theatertagen in Pfofeld teil. Es ist immer wieder schön, sich mit anderen Theatergruppen zu messen und festzustellen, dass man sich nicht zu verstecken braucht. Höhepunkt aus unserer Sicht war der Samstagabend. Während im Gasthaus-Saal ein müdes Programm dahinplätscherte, ging unten im Wirtshaus so richtig die Post ab. Die Uettinger sorgten für eine Bombenstimmung…

Irgendwann musste es mal kommen. Wegen eines Trauerfalls mussten die Theatertage im November 2004 ausfallen.

Im Dezember 2004 spielt dann doch noch, an der Weihnachtsfeier der Vereine, der Nachwuchs der Theatergruppe.

--- Das schreibt die Presse ---

 

2005


25 Jahre Theatergruppe Uettingen


Immer wieder nachts um vier
ein Lustspiel in drei Akten
von Rolf Sperling/ Stefan Bermüller


Jungesselle Frank hat’s nicht leicht. Immer wieder klingelt es mitten in der Nacht, streitende und total verzweifelte Freunde und Freundinnen bitten ihn um Asyl oder um ein Versteck. Als Frank’s Freundin überraschend nach hause kommt, bricht das Chaos aus…

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums wurde von der Jugendgruppe unter der Leitung von Gabi Hellman das Stück „Zum g’scheckerten Röß’l“ noch einmal aufgeführt. Das Stück, mit dem wir vor 25 Jahren angefangen haben, diesmal von Ralf Endres ins fränkische übertragen.
Für die Spieler von damals, sowie den trefflich agierenden „Jungen“ ein tolles Erlebnis!

--- Das schreibt die Presse ---

 

2006

Die 21. Uettinger Theatertage boten dem Publikum Ein verrücktes Haus“, ein Stück in drei Akten von Dirk Salzbrunn.
Im Mittelpunkt der Komödie stehen liebenswert-schrullige Bewohner eines Mietshauses, ihre Sorgen und Nöte. Das Haus gehört zwei Schwestern, die allerdings seit Jahren kewin Wort mehr miteinander gesprochen haben. Ein Grillabend soll das Eis brechen, doch es kommt ganz anders…

Lange schon hat man über einen schöneren Namen als das spröde „Theatergruppe Uettingen“ nachgedacht. Unser Gründungsmitglied und Mainpost-Berichterstatter Theo Breitenberger hatte da einen wunderbaren Vorschlag: Da wir uns ja der Mundart verschrieben haben und auf der Bühne ja oft auch artistische Leistungen zu bewundern sind, schlug er vor, sich künftig die „mund-ART-isten“ zu nennen. So sollte es sein!

 

2007


Am 12.Mai fand in Uettingen der Feldgeschworenentag 2007 statt. Zu diesem Anlass sollten die „mund-ART-isten“ ein Stück spielen. Nach Möglichkeit sollte es natürlich etwas mit Grenzsteinen und- Streitigkeiten zu tun haben. Bei den Theaterverlagen gibt es natürlich dutzende Stücke, die dieses Thema bearbeiten – ehrlich gesagt nicht eines!
Vor Urzeiten spielten wir einmal den Dreiakter „Die verflixte Sonnwendnacht“. In diesem Stück ging es unter Anderem auch um Grenzprobleme. Daran konnte sich Spielleiter Ralf Endres noch erinnern und baute daraus einen Einakter

--- Das schreibt die Presse ---


Ein Grenzstein auf Wanderschaft“ – dieses Stück wird auch bei den Unterfränkischen Mundart-Theatertagen  in Fladungen am 10.Juni 2007 zu sehen sein, aufgeführt von den „mund-ART-isten“ der Theatergruppe Uettingen e.V.

 

Begeistert aufgenommen wurde die Premiere der 22. Uettinger Theatertage von "Lügen über Lügen" am 10. November 2007 in der vollbesetzten Aalbachtalhalle.

Dunja (Petra Osborne) und Leo Bubek (Frank Endres - köstlich als Diener Percy) führen eine scheinbar normale Ehe. Dunja hat eine reiche Tante in Amerika (überzeugend gespielt von Miriam Hüsam). In ihren Briefen an sie schildert sie Leo als Landttagsabgeordneten, standesgemäß mit Diener, Hausmädchen und Chauffeur. Als nun Tante Rita überraschend ihren Besuch ankündigt, muß plötzlich alles sehr schnell gehen.

Werner Frisius (Ralf Endres) und seine Frau Lisa (Denise Hellmann als blonde? Versuchung), ein befreundetes Ehepaar, springen als Diener und Hausmädchen ein. Freund Jörg (Daniel Martin sehr überzeugend als Debütant - herzlichen Glückwunsch!!!) soll den Chauffeur spielen.

Leo's Mutter Erna (Gabi Hellmann als leicht trottelige, alkoholgschädigte ältere Dame) taucht zu allem Übel auch noch auf und bringt scheinbar alles durcheinander. Im Wandschrank hat sich, unbemerkt von allen, ein Dieb eingenistet - Willi Sattler (Forian Endres als rotzfrecher Einbrecher) gibt sich im Laufe des Abends, als er entdeckt wird, als Leo's Bruder aus, was von allen hingenommen wird, weil sonst das Lügengäude einzustürzen droht.

--- Das schreibt die Presse ---

 

2008

Von hohem Niveau geprägt waren die Gesamtfränkischen Mundart-Theatertage in Creglingen-Reinsbronn. 14 Theatergruppen aus ganz Franken zeigten am 19. und 20. April die ganze Vielfalt des fränkischen Sprachraums. Die MundARTisten der Theatergruppe Uettingen konnnten mit ihrem Einakter "Morgenstund hat Gold in Mund" gefallen.

Die junge Nachwuchstruppe hat somit ihre Feuertaufe bestanden, war es für die meisten von ihnen der erste öffentliche Auftritt vor einem großen Publikum - und dann gleich bei den Mundart-Theatertagen!

Eine gewisse Nervosität war der jungen Crew schon anzumerken - im Großen und Ganzen haben sie ihre Sache aber super gemacht! Ein herzliches Dankeschön und weiter so!!!

Übung macht den Meister!

Mit dem gleichen Stück waren wir auch bei den Unterfränkischen -
Theatertagen am 08. Juni in Fladungen vertreten.

Die Akteure:

Sonja Bolch, Melody Osborne, Sophie Engler,
Thomas Büttner, Daniel Martin und Max Rothländer

Regie: Gabi Hellmann

 

Den Höhepunkt stellten auch 2008 wieder die 23. Uettinger Theatertage im Herbst dar.

Auf vielfachen Wunsch einzelner Mitspieler wurde wieder einmal eine deftige Bauernkömmödie auf die Bühne gebracht.

Der drei - Akter "Um Haus und Most" von Walter G. Pfaus war wohl die richtige Wahl.

Dabei war das Stück schwerer zu spielen, als es beim Durchlesen zu vermuten war - lebte es doch weniger von der "Action" auf der Bühne, als vom Wortwitz. Diesen wiederum gab es reichlich. Am Ende waren es wieder einmal hervorragende Theatertage, bei denen sich die Akteure von Aufführung zu Aufführung steigerten - nur schade, dass nach vier Mal schon Schluß war.

Eine weitere Gelegenheit werden wir noch einmal am 18. Januar 2009 haben, wenn wir in Esselbach ein Gastspiel geben.

Zu Inhalt des Stückes:

Der Brummer–Hof ist stark verschuldet und müsste verkauft werden. Aber Xaver Brummer (Frank Endres), der Bauer, hat es nicht eilig damit. Bisher hat er noch jeden Interessenten wieder hinaus geekelt, den ihm seine Schwester Carola (Petra Osborne) angeschleppt hat. Seiner Frau Anna (Margit Scheller) bereitet er außerdem Sorgen, weil er immer wieder der naiven Nachbarin Olga Stiller (Denise Hellmann) nachsteigt. Aber Carola, die endlich ihr Erbteil haben möchte, gibt nicht auf. Diesmal will sie auf Nummer sicher gehen. Sie schlägt einen Tausch vor. Bruno (Daniel Martin) soll vor dem neuen Interessenten den Bauern spielen und Xaver den Knecht. Sie wird dabei von Anna und Regine (Melody Osborne), deren Tochter unterstützt. Angesichts dieser Übermacht muss Xaver klein beigeben. Nun stellt Bruno seine Forderungen: Er will eine Bäuerin. Carola will es nicht machen und Anna spielt lieber die Magd. Da kommt Marion (Gabi Hellmann) gerade zur rechten Zeit. Sie gilt zwar im Dorf als harmlose Verrückte, weil sie sich für eine Adelige hält, aber für diese Arbeit wäre sie gerade recht. Außerdem ist sie bis über beide Ohren in Bruno verknallt.

Die Verkaufsverhandlungen werden für Oskar Schöner (Wolfram Geiger), den neuen Interessenten, zu einem Alptraum. Bruno, der mit hohen Zahlen nicht viel anfangen kann, wird zu einem völlig unberechenbaren Verhandlungspartner. Dann kommt Xaver dazu. Er merkt sofort, dass dieser Käufer für den Hof jeden Preis zahlen würde, und er wirft Bruno die Bälle zu. Da jetzt die Impulse vom Knecht ausgehen, fällt Oskar Schöner von einen Wutanfall in den anderen. Selbst seiner geldgierigen, extravaganten Frau Jasmin (Doris Seufert) wird es nun langsam zu bunt. Als dann auch noch der schlitzohrige Bürgermeister (Florian Endres) mit bietet, ist Schöner am Rande des Wahnsinns.

Erst das Auftauchen von Eddi Ackermann (Timo Geiger) erlöst das Ehepaar Schöner von ihren Qualen: Sie ergreifen Hals über Kopf die Flucht.

--- Das schreibt die Presse ---

 

2009


Unter diesem Motto standen die 24. Uettinger Theaterage 2009.


Ein recht viel verprechender Titel des dörflichen Schwanks von Detlef E. König.


Hektik im Hause Brenner!


Drei Musiker ( Max Kampert, Tobias Hass, David Heunisch) erscheinen morgens um 6 Uhr im Hause des Bürgermeisters und wollen ihm ein Ständchen spielen - eigentlich sollten sie erst um 6 Uhr abends kommen, weshalb sie der Rathauschef fort jagt.


Die träge Haushälterin bei Brenners - Gundula Überzwerch (Gabi Hellmann) macht so ziemlich alles falsch und wird daher nur "verhässe". Gundula lässt sich das nicht mehr bieten und beschließt, alles ihrem neuen Freund Rhino Zerus ( Ralf Endres), dem neuen Poilzeichef, zu erzählen.


Der Bürgermeister Anton Brenner (Frank Endres) nimmt es mit den Finanzen der Gemeindekasse nicht so genau. Als ihm der Kassenprüfer Serenus Steinböck (Timo Geiger) auf den Zahn fühlen will, gilt es, zu handeln. Kurzerhand wird der Gemeinderat und Möchtegern- Bürgermeister Xaver Ochsenknecht (Daniel Martin) zum Ortsoberhaupt ernannt.
Gemeinsam lehren sie dem Regierungsbeamten das fürchten.
Turbulent wird es, als die Frau des Bürgermeisters (Petra Osborne) verkündet, dass der angesagte Ferienbesuch der Familie Mühsam ( Miriam Hüsam, Wolfram Geiger und Axel Dürrnagel ) aus Castropp - Rauxel eintrifft. Die Tochter des Hauses Resi (Meoldy Osborne) freut sich als einzige auf die Abwechslung, bringen die Mühsams doch ihren erwachsenen Sohn mit.


Nun meldet sich auch noch der seit 10 Jahren verschollene, in Südamerika gewähnte Bruder Gottfried (Wolfram Geiger in einer Doppelrolle!) der Bürgermeisters-Gattin per Telgramm an.
Nun überschlagen sich die Ereignisse: Der Kassenprüfer, die Familie Mühsam, der verschollene Bruder, zu allem Überfluss auch noch der Gesangverein - alle kommen irgendwie zur falschen Zeit!


Das Chaos perfekt macht die Tatsache, daß Herr Mühsam und Gottfried sich ähneln, wie ein-eiige Zwillinge. Wer ist nun Gottfried und wer ist Herr Mühsam?
Am Ende weiß es wohl keiner mehr so genau...

Ein Stück, das es in sich hatte und vielleicht auch an die Grenzen einer Laientruppe reicht.
Sehr verwirrend (auch für den ein oder anderen im Publikum?) und schwer zu spielen!
Ein großes Kompliment an die Spieler, allen voran Wolfram Geiger, der in seiner Doppelrolle glänzte. Ein starkes Debut gab Axel Dürrnagel in seiner ersten Rolle eines abendfüllenden Stücks.


Uns hat es wieder großen Spaß gemacht und wir freuen uns jetzt schon auf unsere Jubiläums-Theatertage 2010!!!

--- Das schreibt die Presse ---

 

2010

 

"… kommt von irgendwo e Lichtle her – "


das war ja eigentlich der richtige Titel unseres Stückes in dieser Spielzeit.

Weil uns der aber nicht interessant genug erschien, haben wir uns entschlossen, unser Stück „Bruder Ambrosius“ zu nennen, denn der war ja eigentlich der, um den es in der Geschichte ging.

Hatten wir 2009 noch das Gefühl, mit „Hasta la Vista“ nicht den Geschmack aller Zuschauer getroffen zu haben, können wir diesmal sagen: „Es hat gepasst!“


Eine richtig runde Sache war es dieses Jahr – angefangen vom disziplinierten Probeablauf bis zu den vier gelungenen Aufführungen. Die Mannschaft, so kann man sagen, spielte wie aus einem Guss – und es ist in der Tat schwer zu sagen, wer da wohl am besten seine Rolle ausgefüllt hat. Ich halte es da mit dem ehemaligen Fußball-Nationaltrainer Berti Vogts, der einmal gesagt hat: „Der Star ist die Mannschaft.“ So war es – wie übrigens oft schon – auch bei uns.


Ich darf schon ein wenig Stolz sein auf meine Truppe! Gerade im Amateurtheater gibt es wenige Gruppen, die so ausgeglichen und harmonisch auf der Bühne stehen wie die Uettinger mundARTisten.


Worum ging es noch mal in diesem Stück?


Pfarrer Buck (Ralf Endres – hat der nicht seinen Beruf verfehlt und hätte Pfarrer werden sollen?) und sein Messner (Wolfram Geiger – hat der nicht seinen Beruf verfehlt und hätte Schauspieler werden sollen?) haben ordentlich Mist gebaut.
In einer feuchtfröhlichen Nacht haben sie das Geld verspielt, das für die Anschaffung eines neuen Altargemäldes bestimmt war.
Mit dem Landstreicher Valentin (Timo Geiger – starke Leistung, sehr emotional) naht jedoch Rettung. Er kann malen und lässt sich überreden das Bild anzufertigen. Er verliebt sich in die hübsche Tochter des Messners Magdalena (Melody Osborne – sehr überzeugend, auch mit sehr viel Gefühl) was die ganze Angelegenheit komplizierter macht. Die resolute Pfarrhaushälterin Kunigunde (sehr temperamentvoll, ganz stark die eingebauten „Frachspehler“ erschrickt zutiefst, als plötzlich Kommissar Bärwein (Benni Dürrnagel – Glanzleistung -und das als Debütant) auftaucht und den Räuber von Remlingen sucht. Weil ja nun kein Geld mehr da ist, muss die Malerin Iris (Petra Osborne – kleine Rolle, aber mit viel Persönlichkeit gespielt) überredet werden, Farben für das neue Altargemälde zu stiften. Die neugierige Postbotin Maxi (Erika Endres – endlich wieder mal auf der Bühne und nicht nur im Kasten, sehr frisch und überzeugend), bringt ein Einschreiben, in dem das Kloster Engelsee mitteilt, dass der werde Bruder Ambrosius verstorben ist. Nun heißt es Abschied nehmen für Valentin, was Magdalena in tiefe Verzweiflung stürzt.


Dank Kommissar Bärwein aber gibt es ein, wenn auch etwas überraschendes "Happy End".

 

--- Das schreibt die Presse ---